Fahrpläne lesen: Umsteigezeiten realistisch kalkulieren
Ein Fahrplan sagt Ihnen, wann ein Zug fährt. Er sagt Ihnen nicht, ob Sie ihn erreichen. Der Unterschied zwischen beiden Angaben ist die häufigste Ursache für verpasste Anschlüsse, und er lässt sich mit wenigen Regeln ausräumen.
Umsteigezeiten mit Aufschlag rechnen
Die angegebene Mindestumsteigezeit gilt für Menschen ohne Gepäck, die den Bahnhof kennen. Rechnen Sie großzügiger, vor allem wenn Sie Bahnsteig, Ebene oder sogar den Bahnhof wechseln müssen. Ein Aufschlag von fünfzehn Minuten kostet einmal Wartezeit und verhindert dreimal Hektik.
- Kopfbahnhöfe brauchen mehr Zeit als Durchgangsbahnhöfe
- Der erste Zug des Tages hat die geringste Verspätung
- Der letzte Anschluss des Tages ist kein Plan, sondern eine Wette
Die Symbole lesen
Sternchen, Buchstaben und kleine Ziffern am Rand des Fahrplans regeln Verkehrstage, Feiertage und Schulferien. Genau dort verstecken sich die Fahrten, die am Sonntag ausfallen. Die Legende steht meist am Ende der Tabelle und wird fast nie gelesen.
Ein Fahrplan ist ein Vertrag mit Fußnoten, und die Fußnoten entscheiden.
Vor Ort noch einmal prüfen
Baustellen im Sommer und Streiktage ändern Fahrpläne kurzfristig. Ein Blick auf den Aushang am Bahnsteig und auf die Anzeige zwei Minuten vor Abfahrt ersetzt jede Anwendung, weil dort die tatsächlich gültige Information steht.
Notieren Sie sich für den Reisetag zusätzlich die Abfahrtszeit der Verbindung eine Stunde später. Geht etwas schief, wissen Sie sofort, wie viel Spielraum Sie wirklich haben, statt am Bahnsteig nervös zu suchen.
Im Nahverkehr gilt dasselbe in kleinerem Maßstab. Prüfen Sie den Takt am Abend, bevor Sie einen Ausflug an den Stadtrand planen: Was tagsüber alle zehn Minuten fährt, kommt nach acht Uhr oft nur noch halbstündlich, und die letzte Fahrt endet mancherorts früher, als es die Innenstadt vermuten lässt.